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Die Investment-Uhr: den Wirtschaftszyklus lesen

Ein gutes Chart kann durch ein schlechtes Makro-Timing zunichtegemacht werden. Die Investment-Uhr (Investment Clock, popularisiert von Merrill Lynch) ist eine einfache Karte des Wirtschaftszyklus: sie kreuzt Wachstum (beschleunigend oder verlangsamend) mit Inflation (steigend oder fallend) und teilt die Welt in vier Quadranten ein. Jeder Quadrant begünstigt historisch eine andere Anlageklasse.

Die vier Quadranten

QuadrantWachstumInflationBevorzugte Klasse
Erholungbeschleunigend ↑fallend ↓Aktien — Gewinne kehren zurück, Zinsen noch niedrig
Überhitzungbeschleunigend ↑steigend ↑Rohstoffe — starke Nachfrage treibt Preise
Stagflationverlangsamend ↓steigend ↑Cash — die schlechteste aller Welten für Risiko
Reflation/Verlangsamungverlangsamend ↓fallend ↓Anleihen (bonds) — Zinsen tendieren zu fallen, langlaufende festverzinsliche Wertpapiere gewinnen an Wert

Die vier Indikatoren der Uhr

Wie GraphExpert.AI es nutzt: die App berechnet den Quadranten in zwei Schichten — den globalen Zyklus (USA, breite Markt-Referenz) und den lokalen Zyklus des Landes des Assets (Brasilien über IBGE, Europa über Eurostat etc.). Jede Karte der Top Setups zeigt, ob der Trade mit oder gegen den Zyklus läuft und welche Klasse der Quadrant begünstigt. Ein Kauf-Setup "gegen den Zyklus" ist nicht verboten — aber du solltest wissen, dass du gegen den Wind ruderst.

Der Zyklus ersetzt nicht das Chart (und umgekehrt)

Wir haben getestet, den Makro-Quadranten als harten Filter zu verwenden — jeden Kauf außerhalb der "freundlichen" Phase zu blockieren. Der Backtest scheiterte: der Filter schnitt sowohl gute als auch schlechte Trades ab, weil starke Trends einzelner Assets Makro-Phasen durchqueren. Die Schlussfolgerung, die wir gezogen haben: die Uhr ist Kontext und Gewichtung (erhöht oder reduziert die Überzeugung, erscheint als Warnung auf der Karte), kein Ein-/Ausschalter.

Wie man es in der Praxis liest